× Was auf dem Priwall so passiert ...

Notquartier-fuer-Meeresbewohner - LN 10.03.2107 -

2 Jahre 2 Wochen her - 2 Jahre 2 Wochen her #975 von Erdmann Eckhard
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Travemünde
Wer den Priwall nicht ständig sieht, erkennt ihn kaum wieder: Das Projekt Priwall Waterfront schreitet schnell voran, an allen Ecken und Enden sind Bauarbeiter mit Kränen und Baggern dabei, Promenaden- und Dünnenvillen zu errichten. Auch ein Parkhaus ist entstanden. Ganz am Ende des Passathafens stehen Container— nicht viel größer als sechs Quadratmeter —, in denen Marketing, Technik und Bauleitung untergebracht sind. Zwei der Container beherbergen seit Januar das, was von der Ostseestation übriggeblieben ist.

Meeresbiologe Thorsten Walter öffnet einen davon jeden Tag, denn auf engstem Raum sind hier in drei Aquarien Fische und andere Lebewesen der 2007 gegründeten Ostseestation Priwall untergebracht. Warm und in ihrem Element, aber doch recht beengt. Das größte Aquarium beherbergt eher seltene Fische aus der Ostsee: Die Goldmarie mit den blau schimmernden Punkten versteckt sich im Seegras, der Haarbutt hat sich fast perfekt Rückwand angepasst, Schollen haben sich eingegraben und liegen teils aufeinander. Ins Auge fällt eine helle Scholle mit braunen Flecken sie hat eine Pigmentstörung. Sogenannte Schlangennadeln wuseln hin und her, der Leierfisch guckt die Besucher scheinbar interessiert an. Im Becken daneben befinden sich der kanadische Hummer, pazifische Uferkrabben und Seeanemonen, in einem ganz kleinen Becken am Boden sind Seeanemonen aus Südostasien.

Im zweiten Container lagern Bücher und andere Materialien aus der einst 200 Quadratmeter großen Einrichtung auf dem Priwall. Die Ostseestation mussten wir im Januar räumen „ sagt Walter 48. Sie wurde im Zuge der Umgestaltung abgerissen. Alle Ostseebewohner die man leicht wieder besorgen kann ,wurden in die Freiheit entlassen die selteneren, die überwiegend von Fischern zur Verfügung gestellt wurden sind anderweitig untergekommen — in besagten Container, der von der Planet Haus Gruppe von Investor Sven Hollesen kostenlos zur Verfügung gestellt wurden, und in der Frauenhofer Einrichtung für Marina Biotechnologie und Zelltechnik (EMB).Kurz vor dem Umzug hatten wir Wasserschaden erzählt Thorsten Walter- da sprudelte das Wasser so aus der Decke“. ,, Ein Versicherungsfall“, sagt der Meeresbiologe mit der ihm eigenen pragmatischen Art, ,,immerhin mussten wir mit weniger Sachen umziehen.
Die alte Ostseestation ist tot, es lebe die neue. Wenn die vordere Promenadenvilla fertig ist, soll die Station hier auf 500 Quadratmetern mit einziehen. Die Ostseestation, auch touristisch interessant, zieht ins Erdgeschoss, davor wird ein Spielplatz gebaut. Oben befinden sich Ferienwohnungen.
Um die entsprechende Miete an Sven Hollesen aufbringen zu können gründete Walter und andere Akteure einen Betreiberverein. ,, Neun Mitglieder haben wir, darunter Zwei Bürgerschaftsabgeordnete.“ Derzeit befindet sich der Verein noch in der Anerkennungs-phase.Sobald er das offizielle Okay hat, möchte man bei den Lübecker Stiftungen um Unterstützung bitten.
Wann die Meerestiere in ihr neues Heim einziehen können, steht noch nicht fest " Die ersten Wohnungen sollen im Sommer in die Vermietung gehen“, erklärt Walter, der aber eher mit der Fertigstellung im September rechnet. Doch er hat die Ruhe weg: "Bis es soweit ist gehen wir mit verschiedenen Kisten auf Reisen sagt er, greift sich gefrorene Garnelen-Stücke für die Fische im Becken-„nur der Haarbutt braucht lebende Garnelen-, geht nach draußen, plückt Muscheln für den Hummer vor einem Pfahl im Passathafen und beendet seinen täglichen Rundgang.

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